Heutzutage ist es wichtiger denn je, auf den Umwelt- und Klimaschutz zu achten – auch während der Arbeitszeit. Wir haben 29 Tipps und ein Cheat Sheet zusammengestellt, die sich in den Unternehmensalltag integrieren lassen.

Veröffentlicht am 06.12.2019

— in Unternehmen

Schnell! Sagen Sie mir, was Ihnen zuerst einfällt, wenn ich Ihnen den Begriff »Nachhaltigkeit« um die Ohren haue? Wenn Sie an Jutebeutel, Thermobecher und Obstnetze gedacht haben, befinden Sie sich in guter Gesellschaft – und Sie haben (auch) recht damit!

Nachhaltigkeit umfasst mehrere Bereiche. Wir haben ja bereits einen Beitrag zum Thema »Soziale Nachhaltigkeit im Unternehmen« veröffentlicht, der auf die Ressource Mensch eingeht. Die soziale Nachhaltigkeit ist aber nur ein Pfeiler der Nachhaltigkeit. Und da man bekanntlich nicht auf einem Bein stehen kann, reden wir heute über einen weiteren Pfeiler: Die ökologische Nachhaltigkeit.

Jap! Das ist die Nachhaltigkeit mit der Energie, der Umwelt und dem Klima. Falls das flapsig klang: Entschuldigung! Das Thema war nie wichtiger als jetzt. Das Ganze sollte allerdings nicht als Trend betrachtet werden, sondern vielmehr gelebter Standard sein. Und zwar nicht nur zu Hause, wo wir im Besitz von stylischen Mülltrennungssystemen sind, sondern auch dort, wo wir die meiste Zeit unseres Tages abhängen: Auf der Arbeit.

Tipp 1: Mitarbeiter*innen schulen und Wissen weitergeben

Ob man es an dieser Stelle nun Schwarmwissen, Gruppendynamik oder Überwachungsstaat nennt – das Ergebnis bleibt dasselbe. Menschen orientieren sich an anderen Menschen. Und das macht das Unternehmen zu dem perfekten Ort für Nachhaltigkeit! Hier kann sich jede*r – im Großen oder Kleinen – einbringen. Mitarbeiter*innen können geschult und Wissen ausgetauscht werden. Und wenn sich die nachhaltigen Angewohnheiten erstmal manifestiert haben, können sich diese auch in den Alltag daheim integrieren.

Sie sehen: Der Austausch zwischen Kollegen und Mitarbeitern ist eine Win-Win-Situation. Nicht nur für die Nachhaltigkeit im Unternehmen, sondern auch für die alltägliche Umweltbilanz.

Fortschritte messen – und feiern

Involvieren Sie Ihr Team – und animieren Sie es, indem Sie die Erfolge messen. Immerhin stehen wir Menschen total darauf, uns messen zu können. Wäre das nicht so, würde es keine Top 10 Listen in Spielen oder den Musikcharts geben. Die »Mitarbeiter des Monats« würden nicht ausgezeichnet werden und es gäbe kein Guinness Buch der Rekorde. Wir Menschen geben uns nie so wirklich zufrieden – und wissen Sie was: Das ist auch gut so! Würden wir uns nicht weiterentwickeln und selbst zu besseren Leistungen animieren, wären wir wohl nie über die Erfindung des Rads hinausgekommen.

Also: Messen Sie die Erfolge! Haben Sie den Müll so weit reduziert, dass sie ganze Beutel einsparen? Prima! Teilen Sie es Ihren Kollegen*innen mit. Lässt die Stromrechnung Rückschlüsse darauf zu, dass Strom eingespart wurde? Super! Sagen Sie es den Kollegen*innen!

Wichtig ist nur, dass hier nicht einzelne Menschen für Ihren Einsatz gelobt werden, sondern das gesamte Team.
 

Energie und Strom einsparen

Tipp 2: Erneuerbare Energie durch grünen Strom

Mit einer guten Tasse Kaffee fängt der Tag an – und der Kaffeemaschine ist es egal, ob wir sie mit Atom-, fossilem oder grünem Strom füttern. Solange die Stromrechnung immer pünktlich bezahlt wird, frisst sie Strom und verwandelt diesen in leckere Muntermacher. Aber: Ich wette, dass der Kaffee besonders gut schmeckt, wenn man ihn mit einem Schuss reinem Gewissen genießt.

Tipp 3: Es werde LED-Licht!

Von wegen »Früher war alles besser!«. Spätestens seit dem Glühbirnenverbot von 2009 wissen wir, dass dieser Spruch in die unterste Schublade gesteckt werden kann. Gemeinsam mit den Glühbirnen, Halogen- und Energiesparlampen. Letztere verbrauchen im Gegensatz zu der »normalen Glühlampe« zwar weniger Energie, gehören aber auf den Sondermüll, da sie Quecksilber enthalten – und dass Quecksilber nicht gerade gesund ist, ist ja auch schon längst kein Geheimnis mehr.

Übrig bleiben somit die LED-Lampen. Die sind zwar ein kleines bisschen teurer als Halogen- und Energiesparlampen, bringen im Gegenzug aber eine deutlich längere Lebenszeit mit und können mit dem Elektromüll entsorgt werden.

Tipp 4: Goodbye Standby

Dieser Tipp ist zwar schon uralt, darf aber trotzdem nicht fehlen: Nehmen Sie die Stromschnorrer vom Netz! Im sogenannten »Schein-Aus-Modus« verbrauchen die Geräte nämlich trotzdem Strom. Gerade bei Geräten, die nicht so oft benutzt werden, geht hier der eine oder andere Euro ins Netz.

Tipp 5: Bildschirme schonen – ohne Bildschirmschoner

Animierte Bildschirmschoner sind ein Überbleibsel aus alten Zeiten. Damals »brannte« sich das stehende Bild bei den alten Röhrenmonitoren gerne mal ein. Zumindest dann, wenn man nicht einen dieser fancy animierten Bildschirmschoner aktivierte. Heutzutage ist die Technik aber viel weiter – was man von den Bildschirmschonern allerdings nicht behaupten kann.

Diese verbrauchen ungefähr so viel Strom wie beim Abspielen eines Videos. Das kann man sich echt sparen, wenn man die Bildschirme einfach in den Ruhemodus fallen lässt.

Tipp 6: Smartes Laden von Smartphones, Tablets und Kameras

In Horrorfilmen macht der Akku immer genau dann schlapp, wenn man ihn am Dringendsten bräuchte. Die Protagonisten rennen zum nächsten herrenlosen Kabel und stöpseln – auf Wunder wartend – das Handy ein. Der Horror. Und damit meine ich jetzt nicht den Film! Wenn das Ladegerät steckt, verbraucht es Strom – selbst wenn das Handy nicht angeschlossen ist.
 

CO2 reduzieren

Tipp 7: Verkehrter Verkehr und richtige Mobilität

Meetings lassen sich nicht immer durch Tele- und Videokonferenzen oder E-Mails ersetzen – und ich verstehe das vollkommen! Vieles lässt sich in physischen Meetings leichter (er)klären. Und da spielt sicher die kommunikative Ebene von Angesicht zu Angesicht eine große Rolle. Mal ehrlich: Persönlicher wird’s nicht – und ein kompletter Verzicht auf physische Meetings kann der Geschäftsbeziehung schaden. Darum ist die Frage an dieser Stelle nicht, wie wir die Geschäftskommunikation nachhaltig digitalisieren können, sondern wie wir nachhaltiger reisen.

Der Verzicht auf Flugreisen steht hier ganz oben auf der Liste. Auch lange Strecken können bequem in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Oder bilden Sie Fahrgemeinschaften. Sie finden nie einfacher die Zeit, sich ausgiebig mit Kollegen oder Mitarbeitern unterhalten zu können.

Tipp 8: Wer suchet, der findet – und lässt mit Ecosia Bäume pflanzen

Wir sind nicht allwissend. Aber wir wissen, wie wir uns das Wissen aneignen.

Leider habe ich keine Statistik darüber gefunden, wie oft wir – also Sie und ich – täglich die Suchmaschinen öffnen, um Antworten zu erhalten. Nur so viel: Weltweit sind es insgesamt 3,45 Milliarden Suchanfragen pro Tag. Und wie wir alle wissen, prangen gekaufte Ads auf den ersten Plätzen der Suchergebnisseite. Klar, damit verdient die Suchmaschine Geld – und Geld stinkt ja bekanntermaßen nicht. Aber: Da geht noch mehr. Nämlich dann, wenn Geld nicht nur gut riecht, sondern auch noch Sauerstoff produziert.

Die Suchmaschine Ecosia nutzt die Einnahmen der Ads, um damit Bäume zu pflanzen. Das klingt nach einem fairen Deal, oder?

Tipp 9: »Selbst« Bäume pflanzen

Heutzutage braucht man schon längst keinen eigenen Garten mehr, um Bäume zu pflanzen. Zwar haben wir dann keinen kühlen Schattenplatz an heißen Sommertagen, aber immerhin auch keinen Ärger mit den Nachbarn, die uns überstehende Zweige einfach absäbeln. Es ist wie so oft im Leben: Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Überhaupt keine Nachteile haben Sie, wenn Sie Ihren persönlichen CO2-Fußabdruck ausgleichen. Im Gegenteil: Wenn Sie über Vereine Bäume anpflanzen lassen, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Thema Klimaschutz.

Tipp 10: Klimaneutraler Versand von Paketen

Ich persönlich halte es gerne mit »Vermeiden statt kompensieren«. Immerhin kann ja nix schädlich sein, was gar nicht erst entsteht. Aber: In vielen Unternehmen lässt sich das Versenden von Paketen eben nicht vermeiden. Der Fokus liegt stattdessen auf die Einsparung von Verpackungsmaterialien und dem klimaneutralen Versand. Nun fragen Sie sich zurecht, wie der Paketversand klimaneutral sein kann. Immerhin kommt ja kein Fahrradbote vorbei, wuchtet das Paket auf seinen Gepäckträger und strampelt es bis zum Empfänger. Tja. Fakt ist leider, dass es keine etablierte Methode des Transports über längere Strecken gibt, die klimafreundlich ist. Aber: Es gibt Paketdienstleister, die den Ausstoß der Treibhausgase ausgleichen.

Tipp 11: Vegane Ernährung

Wir leben und arbeiten vegan. Nichtsdestotrotz würden wir uns nicht als militant bezeichnen. Im Gegenteil: Wir haben auch Mitarbeiter*innen die nicht 100 % vegan leben. Aber – und deswegen findet sich der Tipp auch in der Liste der Nachhaltigkeit wieder – der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte, reduziert nicht nur das Tierleid, sondern auch die Treibhausgase. Mit 51 % machen diese nämlich den größten Teil des CO2-Ausstosses aus. Der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte – und sei es nur an einem »Vegan day« – schützt also unser Klima.

Tipp 12: Saisonal und regional essen

Obst und Gemüse sind vegan – und doch manchmal nicht wirklich klimafreundlich. Viele Sorten werden importiert. Das sorgt natürlich auch für Emissionen. Saisonales Obst und Gemüse kann man deshalb lieber auf dem Wochenmarkt kaufen. Und mal ganz ehrlich: Wer braucht schon das ganze Jahr über Erdbeeren? Der Obstkorb des Unternehmens kommt sicher auch einige Monate ohne Erdbeeren aus.
 

Müll reduzieren

Tipp 13: Geschiedene Beute - Mülltrennung

Die Mülltrennung hat sich längst etabliert und verpönt sind an dieser Stelle die, die ihren Mülleimer vereinsamen lassen. Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass das nur für die Freizeit gilt. Zu Hause passen sich die fancy Mülltrennungssysteme nahtlos an unsere Einrichtung an. Auf der Arbeit ist das längst noch nicht gängig. Aber: Hier muss es auch nicht schick, sondern eher praktikabel sein. Drei separate Mülleimer für Papier, den gelben Sack und Restmüll machen es den lieben Putzfeen leichter, den Müll in ihre großen Schiebewagen zu entleeren. Glasflaschen, die praktischerweise in einem Korb gesammelt werden, können in Pausen spontan gepackt und entsorgt werden.

Tipp 14: Je Mehrweg, desto besser

Dass das Wasser für die Kaffeemaschine oder den Wasserkocher aus dem Hahn kommt, ist ja selbstverständlich. Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir in Deutschland das Glück, dass wir über ausgezeichnetes Trinkwasser in unseren Leitungen verfügen. Trotzdem gibt es Menschen, die das Wasser vorsichtshalber nicht trinken. Man weiß ja schließlich nicht, durch welche Leitungen dieses vorher geflossen ist – und wissen Sie was? Auch das ist richtig. Ältere Gebäude verfügen oft über Blei- und Kupferrohre. Hm, lecker. Ist das der Fall, sollte man die Leitungen sanieren lassen oder eben auf gekauftes Wasser von regionalen Quellen setzen – vorzugsweise in Glasflaschen. Die sind zwar schwerer als Plastikflaschen, haben aber eine bessere Umweltbilanz.

Tipp 15: Kaffee aus dem Vollautomaten oder in kompostierbaren Kapseln

Kaffee oder nicht Kaffee – das ist doch keine Frage! Die Frage ist an dieser Stelle eher, wie der Kaffee zubereitet wird. Eines ist dabei aber ziemlich sicher: Frischer als aus dem Kaffeevollautomaten wird’s nicht. Da werden die Bohnen frisch gemahlen, bevor das heiße Getränk in die Tasse fließt. Aber: So wirklich viele Variationen sind mit einer Bohnensorte eben nicht möglich. So viel Ehrlichkeit muss sein.

Kapseln bieten den Vorteil, dass der Kaffee in verschiedenen Variationen zubereitet werden kann. Und das mit nur einem Knopfdruck. Entkoffeiniert, als Espresso oder Latte Irgendwas, mit Schoko, Karamell und Wasweissich. Das klingt nicht nur überzeugend, das ist es auch! Die Müllberge, die durch den Gebrauch von Kaffeekapseln entstehen, möchten wir allerdings nicht erklimmen. Nicht nur, weil die immens hoch sind, sondern auch weil sie durch die Aluminiumkapseln enorm schädlich sind. Mittlerweile gibt es zum Glück aber auch kompostierbare Kapseln. Wir nutzen beispielsweise eine Kaffeemaschine von beanarella. Wer sich allerdings keine neue Maschine anschaffen möchte, kann mittlerweile auch auf kompostierbare Kapseln für gängige Maschinen zurückgreifen.

Tipp 16: Nachhaltiges Mittagessen - so viel Zeit muss sein

Vielleicht hören Sie sie auch: Die lange To-Do-Liste und die Deadlines rufen – und die Zeit rennt. Diese beim Mittagessen wieder reinzuholen, indem man sich Essen bestellt oder schnell mal was für »Auffe Hand« nimmt, ist aber nicht die richtige Lösung. Fast Food ist genau das, was der Name sagt: Schnell. Allerdings wird hier nicht nur an Zeit gespart, sondern auch an klassischer Esskultur. Mit Fetten und Zucker wird da allerdings nicht so sparsam umgegangen. Dass das nicht gesund ist, wissen wir alle. Als Krönung gibt’s dann noch eine plastikfolierte Verpackung dazu. Fast Food ist also keine Lösung. Weder für Sie, noch für die Umwelt.    

Tipp 17: One Way Ticket to Müllberg

Einwegprodukte aus Plastik gehören nicht nur verboten, sie sind es ab 2021 auch – und das völlig zurecht. Das tangiert ein Unternehmen wahrscheinlich erstmal nicht so sehr. Immerhin ist es ja nicht so, als säßen die Mitarbeiter*innen ständig strohhalmschlürfend beim Cocktail zusammen. Aber, nur mal so, von der Idee her: Es ist nicht falsch an Einwegprodukten zu sparen – und Möglichkeiten gibt es echt viele. »Echte« Handtücher ersetzen so beispielsweise die kratzigen Papiertücher zum Händeabtrocknen. Küchenkrepp aus Papier wird durch Haushaltstücher aus Baumwolle ersetzt. Jutebeutel liegen zentral aus und können bei Bedarf von den Mitarbeiter*innen genutzt werden. Die Liste kann man sicher noch unendlich verlängern, aber Sie wissen sicherlich worauf ich hinaus will.

Tipp 18: Akkus statt Batterien

Auch wenn sich »Primärzellen« nach der ersten Wahl als Energiequelle anhört, so sind sie es ganz sicher nicht. Batterien haben nur dieses eine Leben. Sie powern sich aus und sind dann unwiderruflich ausgesaugt. Gähnende Leere – zumindest wenn man von den giftigen Schadstoffen absieht, die Batterien üblicherweise beinhalten. Von den Altbatterien werden aber nur etwa 50 % zum Recycling zurückgeführt. Der Rest wird über den Haushaltsmüll entsorgt. Das ist für die Umwelt doppelt schlecht: Im Gegensatz zu Akkus – oder, wie die Fachmenschen sagen würden: »Sekundärzellen« – haben Batterien schon bei der Herstellung eine schlechte Energiebilanz. Für die Herstellung einer Primärzelle wird bis zu 500 mal mehr Energie verbraucht, als das gute Stück dann hinterher produziert kann.

Akkus sind zwar in der Anschaffung ein wenig teurer, aber diese können immer wieder aufgeladen werden.

Tipp 19: Füllmaterial wiederverwenden

Hand aufs Herz: Welches Unternehmen lässt sich nicht hin und wieder Arbeitsequipment zusenden, weil die lokalen Händler diese nicht anbieten oder weil die Anzahl die Mengen übersteigt, die noch bequem selbst transportiert werden könnten.

Das Paket wird zum Schutz der Artikel mit Füllmaterialien ausgekleidet – und das ist es auch schon. Eine weitere Funktion hat das Füllmaterial nicht. Aber die Funktion kann mehrmals genutzt werden. Das reduziert nicht nur den Müll, sondern spart auch noch Geld.

Tipp 20: Werbesendungen zurücksenden und Löschung der Daten verlangen

Wie viele Newsletter haben Sie im Laufe der letzten Jahre abbestellt – und wieso überhaupt? Genau. Weil plumpe Werbung doof ist. Während uns der »Keine Werbung!«-Aufkleber daheim vor den Wurfsendungen schützt, die eh ungelesen in der Tonne landen, werden Unternehmen gerne damit bombadiert – und zwar adressiert. Ich habe mich immer darüber gewundert, warum »andere Unternehmen« uns ungefragt ihre Werbung zusenden dürfen. Deshalb habe ich einen Datenschutzbeauftragten gefragt, ob es überhaupt rechtens ist, Firmenadressen von der Website zu entnehmen. Immerhin soll die DSGVO doch verhindern, dass die Daten bei irgendwelchen Unternehmen landen, denen man die Zustimmung zur Verarbeitung der Daten nicht gab. Die schlechte Nachricht zuerst: Ja, das ist rechtens – zumindest dann, wenn es sich bei den Daten nicht um jene von Privatpersonen handelt! Die gute Nachricht: Sie müssen das nicht hinnehmen. Schicken Sie die Werbesendungen in einem vorfrankierten Umschlag zurück und verlangen Sie die Löschung der Daten.

Tipp 21: Kundengeschenke

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Es ist nicht unüblich, sich bei Partnern und Kunden für die gute Zusammenarbeit zu bedanken und ihnen ein Präsent zukommen zu lassen – und ich freue mich, dass nachhaltige Geschenke seit einigen Jahren zunehmen. Seien es Geschenke aus lokalen Werkstätten oder Spenden an Vereine und Organisationen: Nachhaltige Geschenke freuen nicht nur den Empfänger, sondern auch die Umwelt.

Tipp 22: Gemeinsam gegen die Verschmutzung kämpfen

Gemeinsame Erlebnisse schweißen zusammen – und das tuschelt man sich schon längst nicht mehr unter vorgehaltener Hand zu. Zu diesem Zweck gibt es immerhin Teambuilding-Events und Betriebsausflüge. Die Kosten können Sie sich sparen! Gemeinsame Aktionen stärken das Team nämlich auch.

So hat SOTA Studio beispielsweise schon bei »Sauberzauber«-Aktionen mitgemacht. Das sind die Aufräumaktionen der Stadt Essen, bei der wir fleißig Müll gesammelt haben. Am Ende des Tages waren wir kaputt, aber glücklich – und unsere Stadt ein bisschen schöner. Und es bleibt das gute Gefühl, dass wir gemeinsam etwas bewirkt haben.
 

Nachhaltige Büroausstattung

Tipp 23: Technik mit Umweltlabel

Wenn es um die nachhaltige Büroausstattung geht, haben wir die IT-Geräte oft nicht auf dem Schirm. Na klar: Bei ihr geht es um mehr, als nur die verwendeten Materialien und den Stromverbrauch. Technik wird in Büros hauptsächlich aus einem Grund gekauft: Wegen ihrer Technik. Das Teil muss den Anforderungen der täglichen Arbeit gerecht werden.

Aber: Langlebige und emissionsarme IT-Geräte schließen die Funktion nicht aus.

Vergleichen Sie potenzielle Neuanschaffungen im Hinblick auf Stromverbrauch, CO2 Ausstoß und Recycling und achten Sie auf Umweltlabel wie Energy Star oder Blauer Engel.

Apple verwendet beispielsweise recycelte Materialien und bezieht bei der Fertigung rund 87 % des Stroms aus erneuerbaren Energien – und: Die Geräte sind bis zu 67 % effizienter als von Energy Star vorgegeben.

Mir liegt es an dieser Stelle fern, Werbung für Apple zu machen. Was ich vielmehr damit sagen will ist, dass Nachhaltigkeitsberichte oder Umweltbilanzen eines Unternehmens einsehbar sind. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen. Natürlich ist das ein bisschen Arbeit – aber die zahlt sich zugunsten der Mitarbeiter*innen und des Klimas wieder aus.

Tipp 24: Nachhaltiges Mobiliar

Kennen Sie Slow Food, die »Gegenbewegung« von Fast Food? Während »früher« alles schnell gehen musste, nehmen wir uns heutzutage bewusster die Zeit für das Essen und achten mehr auf hochwertige Zutaten. Sehr löblich.

Selbiges kann man bei Fast Fashion beobachten: Große Modeketten werfen ihre neuen fancy Kollektionen in – gefühlt – immer kürzer werdenden Abständen auf den Markt. Und das zu einem Preis, bei dem sich jeder gesunde Menschenverstand fragen sollte: »Wie kann das gehen?«. Richtig. Das geht nicht. Zumindest nicht, wenn man ein bisschen Respekt vor Menschen, Umwelt und Gesundheit hat. Es ist doch total logisch, dass an all dem gespart wird, damit wir uns die modische Hose für ein paar Euros kaufen können. So. Das ist ja alles nichts Neues. Slow Food und Slow Fashion haben uns längst erreicht.

Wie sieht es aber mit Slow Interior aus – und was soll das eigentlich sein? Da man sich das Mobiliar nicht unbedingt von den Aktionsflächen der Supermärkte grabbeln kann, wenn man »eh schon mal da ist«, ist das vielleicht noch kein großes Thema. Aber: Das sollte es eigentlich sein.

Dass man Möbel braucht, ist unumstritten. Auf die umstrittenen Farben und Lacke können wir aber verzichten. Auf die ganzen Weichmacher, die Biozide, das Formaldehyd oder die Schwermetalle in den Pigmenten der Farben. Dass das nicht gesund sein kann, ist ja klar.

Achten Sie deshalb auf umweltfreundliche, ressourcensparende und langlebige Materialien, die frei von Schadstoffen sind. Kaufen Sie lieber »für die Ewigkeit« und greifen einmal tiefer in die Tasche, als sich alle Nase lang neu einzurichten.

Tipp 25: Grün, grün, grün sind alle meine Pflanzen

Ein begrüntes Büro ist nicht nur ein Eyecatcher, sondern erhöht auch die Arbeits- und Lebensqualität. Dass Pflanzen durch ihre oxygene Photosynthese Kohlenstoffdioxid und Umweltgifte in Sauerstoff umwandeln, hat mir schließlich mein Biolehrer damals schon beigebracht. Und hey, wer von uns kann schon ohne Sauerstoff leben?
 

Umweltfreundlicher Bürobedarf

Tipp 26: Papier- und Holzprodukte mit FSC® oder Blauer Engel

Papier lässt sich nicht immer vermeiden – gerade im Büroalltag nicht. Aber Papier ist nicht gleich Papier. Im Land der Schilder, Zertifikate und Auszeichnungen gibt es natürlich auch ebensolche für Papier- und Holzprodukte: Produkte mit dem Blauem Engel werden aus recycelten Ressourcen hergestellt; Artikel mit FSC Siegel werden aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen.

Tipp 27: Ablagefach für Fehldrucke neben dem Drucker: Schmierpapier für alle

Sie kennen das: Manchmal muss man nur eben mal was testen. Der neue Flyer des Kunden wurde gesetzt – aber passt auch wirklich alles? Wie sieht das Design aus, wenn der Flyer gefaltet wird? Ja, eben. So richtig vorstellen kann man sich das nicht. Wir drucken die Flyer deshalb gerne im Büro aus, bevor die Daten an die Druckerei gehen. So kann man knicken, überprüfen und freigeben. Oder eben noch korrigieren. Aber gut… Ich wollte Ihnen ja nicht erklären, wie der Workflow aussieht, sondern einen Tipp zur Nachhaltigkeit geben. Das bedruckte Papier eignet sich ja noch gut als Schmierpapier. Damit sich alle Mitarbeiter*innen daran bedienen können, hat sich ein Ablagefach neben dem Drucker etabliert. Sammeln Sie hier Blätter, die von allen genutzt werden können. Für Origami oder Notizen – hauptsache, sie finden noch eine weitere Bestimmung.

Tipp 28: Ein zweites Leben für Büromaterialien

Einweg ist kein Weg! Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Das ist ein trauriger Fakt. Und nichtsdestotrotz sind die Artikel, die wir oft achtlos wegwerfen, diejenigen, die noch bereit für eine zweite Runde sind.

Ich denke hier an (Werbe-)Kugelschreiber, denen die Tinte ausgeht. Auch bei vielen günstigen Kugelschreibern können Minen ausgetauscht werden. Und Textmarker gibt es auch zum Nachfüllen.

Über Klarsichthüllen oder Büroklammern möchte ich hier eigentlich keine großen Worte verlieren. Das sollte ja eigentlich klar sein. Und wenn die Folien vielleicht doch hin und wieder Knicke aufweisen und fürs Büro ausgedient haben? Ganz einfach: Ich weiß ja nicht, von welchem Schlag Sie und Ihre Mitarbeiter*innen sind, aber ich bin ein Blättertyp – und das bezieht sich auf »echte« Bücher oder Hefte. In meinen Küchenschrank habe ich zwei Ordner mit Rezepten. Und die befinden sich in Folien, die ich niemandem mehr zumuten würde. Aber hey: Wer kocht oder backt, spritzt auch gerne mal mit Soßen oder Teig rum. Deshalb sind Rezepte in Folien eigentlich echt optimal. Und: Man muss die Folien nicht entsorgen! Vielleicht halten Sie im Regal für die Fehldrucke auch einen Platz für ausgedientes Büromaterial bereit. Für Folien, Ordner oder andere Dinge, die im Büro nicht mehr wiederverwertet werden können, an denen die nachhaltigkeitsbewussten Kollegen*innen aber noch Freude haben.

Tipp 29: Klammerlose Tacker

Ich kann Ihnen direkt drei Nachteile von üblichen Tackern nennen: 1. Die Nadeln sind Verbrauchsgut und müssen demnach ständig nachgekauft werden. 2. Die Nadeln müssen entfernt werden, wenn Sie das Papier dem Papiermüll zuführen wollen. 3. Die Nadeln lassen sich nicht schreddern. Fragen Sie sich an dieser Stelle bitte nicht, woher ich das weiß. Ich weiß es einfach. Kurzum: Verzichten Sie auf Tackernadeln. Es gibt mittlerweile auch klammerlose Tacker – und die Nachteile sind somit hinfällig.

So. Auch die schönste Liste findet irgendwann ein Ende. Und diese hat es hiermit erreicht. Sicherlich ist die Liste nicht komplett – aber für den Anfang mehr als genug. Und damit nicht nur Sie wissen, wie Sie auch im Unternehmen etwas Gutes für die Umwelt und den Klimaschutz tun können, habe ich noch einen weiteren Tipp zum Abschluss: Die prominent platzierte PDF dürfen Sie gerne speichern – und anschließend an alle Kollegen*innen schicken. Oder ausdrucken und einrahmen. Oder einfach irgendwo hinhängen, wo es jede*r sehen kann. Je mehr sich anschließen, desto leichter und besser wird’s. Und das sollte uns unsere Welt ja wert sein, nicht wahr?

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Artikelbild »Love The Nature« von nikilitov

Heidi Schönenberg-Hausdorf


Heidi Schönenberg-Hausdorf ist Content und Social Media Managerin. Sie beschäftigt sich mit dem Texten und Publizieren von Inhalten für Printmedien, Websites und Social Media. Heidi ist durch die IHK zertifiziert und hat ein Buch über Social Media veröffentlicht.