Aus dem Leben und der Arbeit einer veganen Agentur


Die Überschrift verrät es schon: Wir sind ein veganes Unternehmen – und Sie können sich vielleicht vorstellen, was das bedeutet. Wir verzichten auf tierische Produkte. Natürlich. Aber das ist an dieser Stelle nicht gemeint. Wir meinen den Erstkontakt. Wenn wir neuen Kontakten erzählen, dass wir vegan leben und arbeiten, ernten wir irgendwas zwischen Erstaunen, Bewunderung, Distanz oder die Angst vor Belehrungen.

Dabei möchten wir niemanden belehren.

Wer möchte schon gerne belehrt werden? Eben! Natürlich sind auch wir nicht ganz frei davon, aber tatsächlich ist es so, dass wir der Meinung sind, dass sich Denkprozesse erst manifestieren, wenn sich eine Person von sich aus mit einem Thema auseinandersetzt.

Ein kleines Beispiel gefällig?


Sie kennen doch sicherlich auch jemanden, der – in den Augen anderer Menschen – unangenehme Eigenschaften oder Macken hat? Tja. Was sollen wir jetzt um den heißen Brei herumreden? Schlechte Eigenschaften haben schon langjährige Beziehungen zerstört. Isso. Aber jetzt verraten wir Ihnen mal was: Eigentlich sind die schlechten Eigenschaften gar nicht die Ursache für die Trennung. Nicht? Nein, wirklich nicht!

Aber lassen Sie uns von vorne anfangen!

Es beginnt ja immer damit, dass ein Part der Beziehung mit einer Macke des anderen nicht mehr umgehen kann. Bei einem ernsten Gespräch wird die Keule rausgeholt: »Hömma! Ich finde es schlimm, dass Du rauchst / eifersüchtig bist / Deine getragenen Socken am Bett liegen lässt! Wenn sich das nicht ändert, haue ich ab. Ende Gelände«. Und dann steht er da. Der unvollkommene Part. Belehrt und gemaßregelt – aber sicherlich nicht unwillig. Und so arbeitet dieser Part an seiner Läuterung. Versucht sich zu ändern. Und es klappt. Zumindest die ersten drei, vier oder fünf Wochen. Das Paar schwebt auf Wolke 7 – und stürzt dann gemeinsam von ihr ab. Im Sinkflug. Und alles ist schlimmer als zuvor. Der eine Part fühlt sich schuldig; der andere fühlt sich hintergangen.

Dabei kann diese ganze Schose nicht funktionieren! Weil die Änderungen gedanklich nicht selbst erarbeitet wurden. Weil sie aufgezwungen wurden. So oder so ähnlich ist es mit Belehrungen. Es wurde noch kein Mensch überzeugt, indem ihm moralische Vorwürfe gemacht wurden. Wir würden also nie auf die irrige Idee kommen, anderen unsere Lebensweise aufzuzwingen. Aber wir freuen uns natürlich, wenn wir Denkprozesse anstoßen können.

Veganismus bedeutet mehr als der Verzicht auf tierische Produkte


Unsere vegane Lebensweise – und, wie es das Personalpronomen schon verrät: Es ist unsere Lebensweise – bedeutet eben nicht nur den vollständigen Verzicht auf tierische Produkte, sondern auch und in erster Linie die Akzeptanz und den Respekt vor Lebewesen, ihrem Leben und ihrer Lebensweise. Und das ist sowohl auf Menschen, als auch auf Tiere oder gar die gesamte Natur bezogen.

So haben die beiden Gründer beispielsweise nie bewusst den Plan verfolgt, eine vegane Agentur aufzubauen. Es klingt zwar unwahrscheinlich, aber es ist die Wahrheit: Wir haben uns nicht gesucht – und doch gefunden. Allerdings würden wir keine Bewerber ausschließen oder ablehnen, nur weil sie omnivor essen. Es klingt wie eine abgedroschene Floskel. Welches Unternehmen würde schon zugeben, dass es Auswahlkriterien hat? Das wäre allein schon aus rechtlicher Sicht ganz schön dumm. Aber: Wir meinen es wirklich so. Akzeptanz und Respekt dürfen nicht dort aufhören, wo man gemeinsam isst oder arbeitet. Wir haben bereits jetzt schon Mitarbeiter*innen, die sich nicht immer 100 % vegan ernähren – und das ist auch okay so. Vegan leben oder arbeiten bedeutet so viel mehr als den Verzicht auf tierische Produkte. SOTA Studio lebt die Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und den Umweltschutz – und jede*r einzelne von uns trägt seinen / ihren Beitrag dazu bei, ob vegan, vegetarisch oder flexitarisch. Und das ist doch das, worum es eigentlich geht, oder? Die Mitmenschen so zu nehmen, wie sie sind – auch wenn man in manchen Bereichen anderer Meinung ist oder einen anderen Lebensstil vertritt.

Wie sagte schon Anne Marie Bonneau so schön: »Wir brauchen nicht eine Handvoll Menschen die Zero Waste perfekt umsetzen, sondern eine Millionen Menschen, die es unperfekt praktizieren«. Und das kann man auch auf unseren veganen Lebens- oder Arbeitsstil ummünzen. Gemeinsam rocken wir unsere Projekte. Und das Beste ist: Durch unsere Arbeitsweise können wir unseren Kunden Dienstleistungen anbieten, die klassische Agenturen noch gar nicht auf dem Schirm haben.

Gemeinsam Gutes tun


Aber: Was hat das mit Ihnen zu tun? Nix. Denken Sie zumindest. »Sollen die doch leben und arbeiten wie sie wollen«, denken Sie. Das ist richtig. Machen wir auch – und wir haben es schon gemacht, als Veganismus, Nachhaltigkeit und Zero Waste noch kein großes Thema waren. Und genau das ist es eben: Das Verständnis der Menschen hat sich geändert. Das Angebot an Bio-, Fair Trade- und veganen Produkten ist innerhalb der letzten Jahre deutlich gestiegen. Sie sind längst keine Nischenprodukte mehr und haben sich zu einem festen Bestandteil der Produktpalette eines jeden Supermarktes gemausert. Das Bewusstsein der Menschen hat sich geändert. Wir nehmen uns und unsere Umwelt stärker wahr und sind uns mehr denn je im Klaren darüber, dass wir mit unserem Handeln einen Einfluss auf die Welt und ihre Zukunft haben.

So arbeiten wir beispielsweise eng mit ökologisch nachhaltigen und sogar veganen Dienstleistern zusammen – und davon profitieren alle unsere Kunden. Ob bewusst oder unbewusst: Gemeinsam machen wir unseren Planeten ein bisschen besser.