Das Magische Dreieck ist über sich hinaus gewachsen! Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Projekte erfolgreicher abgeschlossen werden können, wenn eine vierte Projektzielgröße einbezogen wird.

Veröffentlicht am 30.08.2020

— in Projektmanagement

Im letzten Artikel habe ich gespoilert: genau wie SOTA stetig besser werden möchte, ist auch das Magische Dreieck über sich hinausgewachsen. Um eine Ecke um genau zu sein – es hat sich zu einem Viereck gemausert. 

Sie möchten lieber erst einmal wissen, was es eigentlich mit dem Magischen Dreieck auf sich hat und welche Konflikte entstehen können? Dann geht es hier zu den vorherigen Artikeln:

Das Magische Dreieck – Eine Frage der Balance  
Das Magische Dreieck – Konflikte und Anwendungsmöglichkeiten 

Zurück zum Magischen Viereck: 
Das Magische Viereck wird auch Teufelsquadrat genannt. Vielleicht, weil der Teufel im Detail steckt. Werden bei einem Hausbauprojekt zum Beispiel 3-fach verglaste Fenster bestellt, aber nur 1-fach verglaste Fenster eingebaut, ist die Leistung zwar erbracht, aber leider nicht in der gewünschten Qualität. Der Bauherr wird unzufrieden sein. 

So zeigt sich, dass auch mit klar definiertem Leistungsumfang der erfolgreiche Projektabschluss außer Reichweite ist, wenn die Leistung nicht den qualitativen Maßgaben entspricht.
 

Die vier zentralen Größen

Als Weiterentwicklung des Dreiecks ist das Magische Viereck um eine vierte zentrale Größe gewachsen. Harry M. Sneed, einer der Pioniere der Software-Testtechnologie und Dozent für Software Engineering, unterscheidet in seinem Teufelsquadrat die Größen “Kosten”, “Zeit”, “Inhalt” und “Qualität”. Die Größe “Leistung”, die im Magischen Dreieck noch die Leistung und die Qualität zusammenfasst, wird hier also unterteilt in Inhalt und Qualität. 

Die Größen werden auf den Diagonalen eines Quadrats aufgetragen. Nach der Projektplanung bilden die vier ausgeglichenen Größen ein Quadrat. Sneed bezeichnet die Fläche des Quadrats als die Projektproduktivität (oder Projekteffizienz). Diese ist – im Modell nach Sneed – unveränderbar. 

Bei sich verändernden Anforderungen kann man das Viereck somit zwar in die eine oder andere Richtung strecken, muss dann aber eine Abweichung in der Produktivität der anderen Seite*n akzeptieren. 

Außerhalb des Quadrats steigen die Wert an (höhere Kosten, höherer Zeitaufwand, höhere Qualität, mehr Inhalt). Innerhalb des Quadrats sinken die Werte (geringere Kosten, weniger Zeitaufwand, geringere Qualität, weniger Inhalt).


 

Veränderungen an den Projektzielgrößen

Wenn nun eine der Größen verändert wird, so hat dies, wie wir es schon aus dem Magischen Dreieck kennen, auch Auswirkungen auf die anderen Größen. Und im Fall des Magischen Vierecks natürlich auch auf die Optik des Vierecks. Das Gleichgewicht des Quadrat verändert sich in eine anders gestaltete geometrische Figur. 

Soll zum Beispiel die Dauer des Projekts verkürzt werden, die Qualität und der Inhalt aber gleich bleiben, so müssen weitere Ressourcen eingesetzt werden. Dies führt zu einem steigenden Aufwand in der Größe “Kosten”.


 

Fazit

Mit dem Magischen Viereck können wir einen weiteren Helden in den Ring schicken, der uns dabei unterstützt die Anforderungen der Stakeholder noch besser zu erfüllen. Durch die Erweiterung um die Größe “Qualität” haben wir eine weitere gleichberechtigte Steuerungsgröße hinzugewonnen. Die Gefahr ein Projekt erfolglos abzuschließen, weil die Differenzierung zwischen Leistung und Qualität fehlt, ist gebannt – der erfolgreiche Projektabschluss steht in greifbarer Nähe! 

 

Artikelbild »Iron twisted rope stretched between rocks in climbers patch via ferrata. Rope fixed in block by screws snap hooks. Detail of rope end anchored into sandstone rock.Shallow depth of field.« von jon11

Natascha Pfeiffer


Natascha Pfeiffer ist Projekt- und Marketingmanagerin. Sie jongliert mit Deadlines und Ressourcen ebenso wie mit Print- und Onlinemedien für den perfekten Marketingmix.